Mareike Kinder
11. June 2026
Meine Tante und Mutti sind hier mehr oder weniger in Behandlung. Was ich schon immer schlimm fand, dass sie regelrecht Angst hatten dort hin zu gehen. Ich selber arbeite mein ganzen Leben im Gesundheitssystem und diese Praxis lebt in meinen Augen genau das, was durch das marode Gesundheitssystem herauf beschworen wurde, der Mangel an Fachärzten v.a. in Kleinstädten und ländlichen Raum. Sie können es sich aufgrund dessen leisten so mit den Menschen umzugehen wie sie es eben tun. Aussagen wie " sie wollen doch etwas von uns und wir nicht von ihnen" zu älteren Leuten die einfach überfordert sind, scheinen hier keine Seltenheit. Zu meiner Mutti, die eigentlich schon ihr halbes Leben mit Schmerzen lebt kam häufig die Aussage, da können wir nichts machen. Nun da mein Vater schon weiß, dass meine Mutti dort sehr ungern hingeht, war er dort um eine Überweisung für eine Zweitmeinung einzuholen. Dazu müsse meine Mutti in die Sprechstunde am Dienstag kommen. Mein Vater bat mich, mit meiner Mutti dort hinzu gehen, leider ist sie dann alleine hingegangen um eine Überweisung für eine Zweitmeinung zu bekommen. Die ( ich denke mal medizinische Fachangestellte) sagte meiner Mutti, dass sie dann garnichts wieder kommen braucht und entfernte sie aus dem System. Das ist an unemphatischen Verhalten kaum zu übertreffen. Mich macht das fassungslos und sehr betroffen. Man muss sich das vorstellen, man sucht Hilfe weil man vor Schmerzen nur noch von einer zur anderen Bank gehen kann. Jeder Mensch hat das Recht auf eine zweite Meinung. Letztendlich ist es für sie eine Erleichterung dort nicht mehr hin zu müssen und ich mache mir Vorwürfe das ich nicht früher etwas in die Wege geleitet habe. Was machen Menschen, die das nicht können. Meine Eltern sind gute Menschen die ihr Leben lang gearbeitet haben und haben wie niemand anderes so einen Umgang im Alter verdient.